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26.02.2011 von Kaleidoscope
Endlich auf eigenen Beinen stehen und das Leben selbst in die Hand nehmen – dieser Wunsch geht für den Studienanfänger Tsutsui Yukitaka endlich in Erfüllung, als er als hoffnungsvoller Baseball-Nachwuchsstar in eine neue Stadt zieht und eine Wohnung sein eigen nennen kann. Doch schon beim Öffnen der Tür zu seinem neuen Zuhause wird sein Neuanfang in eine ganz andere Richtung gelenkt, als es sich der sportliche Protagonist gewünscht hätte: In dem vermeintlich unbewohnten Apartment begegnet ihm ein langhaariger, blonder Mann, der Yukitaka gänzlich unaufgeregt begrüßt und ihm mitteilt, dass er von einem anderen Planeten stammt und hier seine neue Unterkunft gefunden hat. Den scheinbar Verrückten loszuwerden entpuppt sich jedoch als schwieriger als gedacht und so wird der Student schnell in die wilden Eskapaden des geheimnisvollen Fremden hineingezogen und muss zu allem Überfluss auch noch dessen chaotische Scherze über sich ergehen lassen...
Genre: Comedy, Sci-Fi
Studio: David Production, Studio Pierrot
Episodenanzahl: 12 Episoden à 24 Minuten
Deutsche Fansub-Gruppen: NwS, tsukikaze
Englische Fansub-Gruppen: CrunchySubs, HorribleSubs, Baka, WhyNot
Preview
Genau diese teilweise spektakulären und vollkommen abgedrehten Aktionen bilden letztlich auch das Herz und die Seele dieses Animes – was Trolls für das Internet sind, ist Prinz Baka für die Welt von Level E. Obwohl entsprechend der Comedy-Anteil klar im Vordergrund steht, wird stets in allen erdenklichen Genres gewildert; Mystery- und Horror-Einflüsse finden genauso ihren Weg in die Serie wie Drama-Elemente, doch schlussendlich sind es immer die – mehr sei nicht vorweggenommen – haarsträubenden Pointen des Prinzen, die dem Anime seine Würze verleihen. Mit der bunten Genre-Mischung geht im Fall von Level E jedoch auch eine Besonderheit einher, die nicht bei jedem Zuschauer für Begeisterung sorgen dürfte: Schon nach wenigen Folgen wird klar, dass der Aufbau der Serie größtenteils episodisch gehalten ist und bei jedem Wechsel der Thematik auch andere Stilmittel verwendet werden. Spielt anfangs noch hauptsächlich das Leben der getarnten Außerirdischen auf der Erde samt jeder Menge Situationskomik eine Rolle, wird später der Fokus auf eine parodistische Herangehensweise gelegt, in der primär die Power Rangers (Themesong, sinnlose Spezialattacken und Explosionen en masse inklusive) und RPGs auf die Schippe genommen werden – fällt in der ersten Folge dieser kleinen Saga vor allem der drastisch erhöhte Slapstick-Anteil negativ auf, pendelt er sich schon nach kurzer Zeit auf ein passendes Niveau ein und macht die Parodie zu einer richtig spaßigen Angelegenheit, die den starken ersten Episoden in nichts nachsteht.
Der einzige wirkliche rote Faden, der sich durch Level E zieht, ist der Prinz selbst – nahezu alle Handlungen im Anime stehen irgendwie mit dem chaotischen Blondschopf in Verbindung. Da versteht es sich von selbst, dass der Protagonist einen recht ungewöhnlichen Charakter haben muss. Tatsächlich verbindet den Zuschauer schon nach wenigen Folgen eine Art Hassliebe mit Prinz Baka, denn selten hat man es mit einer so fragwürdigen Persönlichkeit in der Rolle der Hauptfigur zu tun. Er erfreut sich am Leid anderer und hat von Ehrlichkeit vermutlich noch nie etwas gehört, seine charmant-unaufgesetzte Art und eine merkwürdige Mischung aus Naivität und Genialität machen es einem aber schwer, ihm wirklich Verachtung entgegenzubringen.
Auch der Rest des Casts ist denkbar interessant: Die abseits des Prinzen regelmäßig wechselnden Hauptcharaktere sind allesamt sehr sympathisch und vor allem unterhaltsam, wobei jede Figur auch ihre Macken hat – da gibt es zum Beispiel Yukitaka mit seinem wenig glamourösen Hintergrund, Prinz Bakas cholerischen Leibwächter und eine Truppe Schüler, unter denen vom Nerd bis hin zum Schürzenjäger alles vertreten ist. Wirkliche Antagonisten gibt es dabei nicht, sobald aber die zahllosen unerkannt auf der Erde lebenden Aliens ins Spiel kommen, kann es schonmal unheimlich werden, selbst wenn auch dann meist komödiantische Elemente verarbeitet werden.
Auch optisch macht Level E einen guten Eindruck und setzt auf einen recht erwachsenen, in gemäßigten Farben gehaltenen Stil, der jedoch je nach Art der Episode variiert und so auch mal Ausflüge in düstere oder knallbunte Gefilde unternimmt. Generell ist die Qualität der Animation sehr hoch und bietet einen angenehmen Kontrast zum ewig gleich aussehenden Einerlei, denn Klischees werden bis auf einige gewollte Ausnahmen kaum bestätigt. Der Sound fügt sich in dieses positive Bild nahtlos ein und begeistert mit guten Synchronsprechern, die ihre jeweiligen Rollen mit Bravour ausfüllen. Auch Opening und Ending bewegen sich deutlich über dem Durchschnitt, wobei vor allem das rockige Opening mit seinen abgedrehten Bildern hervorragend zu dem Anime passt.
Fazit
Level E stellt im Comedy-Bereich einen richtigen Überraschungshit dar. Der Humor ist ebenso verrückt wie clever, denn an einigen Stellen gelingt dem Anime etwas, das inzwischen eine Seltenheit darstellt: Unvorhersehbare, aber nachvollziehbare Wendungen, denn obwohl der Prinz gerne vollkommen über die Stränge schlägt, entbehren seine Aktionen nie einer gewissen Logik – natürlich ist diese ziemlich verdreht und allein ihm zu eigen, in seinem Kontext zweifelt man sie aber nicht wirklich an. Wer sich vorstellen kann, an einer Mischung aus Gintama und Men In Black Spaß zu haben, sollte sich Level E auf keinen Fall entgehen lassen, aber auch alle anderen Comedy-Fans, die mal wieder einen außergewöhnlicheren Vertreter dieser Gattung suchen, können hier nicht viel falsch machen – höchstens der episodische Verlauf könnte sich für einige Zuschauer als störend erweisen, da trotz der Homogenität der einzelnen Abteile ein roter Faden wie jener, der sich in den ersten Folgen andeutet, fehlt.
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