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09.03.2011 von Kleine Wingweaver
Nitori Shuichi ist ein schüchterner Junge, der in ein Mädchen namens Takatsuki Yoshino verliebt ist. Beide verbindet der Wunsch, im Körper des anderen Geschlechts zu sein, doch können sie dieses Verlangen nicht offen ausleben, denn Verständnis können sie nicht von jedem in ihrer Umgebung erwarten. Nicht nur das Verhältnis der beiden zueinander ist dabei kompliziert, sondern auch die Beziehungen zu ihren Freunden – manche Freundschaften müssen unter dem Gefühlschaos leiden. In Hourou Musuko wird das Leben dieser Gruppe von Fünftklässlern beschrieben und in all seinen schönen und traurigen Facetten gezeigt.
Genre: Drama, Romanze,
School Life
Studio: AIC
Episodenzahl:
11 Episoden à 24 Minuten
Fansub-Gruppen:
NwS, Nyu, chiyo
Preview
Crossdressing
– ein Thema, das gerade im Bereich des Anime hauptsächlich für
komödiantische Zwecke verwendet wird und nur selten in anderen
Genres seinen Platz findet. In Hourou Musuko jedoch wird dieses Motiv
von einem sehr viel ernsteren und psychologischen Standpunkt
betrachtet; die Probleme und Schwierigkeiten der Charaktere werden
beleuchtet, die häufig mit der einsetzenden Pubertät
zusammenhängen. Der neue Schulalltag sorgt dabei für noch weitere
Komplikationen, denn einige Bindungen werden durch die neue Umgebung
und Situation abgeschwächt oder verschoben.
Wichtiger als die
Story sind in Hourou Musuko die Charaktere, da diese die komplette
Handlung tragen und ihre Beziehungen zueinander im Fokus stehen. Die
Figuren sind allesamt sehr unterschiedlich, aber auch glaubwürdig
und interessant gestaltet. Die beiden Protagonisten Nitori und
Takatsuki könnten gegenläufiger nicht sein: Nitori wird als
zurückhaltender, nachdenklicher Junge präsentiert, der mit seiner
Eigenart große Unsicherheit verbindet, da er sich diese selbst nicht
immer erklären kann und auch mit einigen Leuten in seiner direkten
Umgebung nicht offen darüber reden kann. Takatsuki hingegen ist
wesentlich aufgeschlossener und in ihrem Verhalten impulsiver als
Nitori, wodurch sie den Leuten deutlich mehr auffällt als ihr
unscheinbares Gegenstück. Beide Charaktere weisen sehr viel Tiefe
auf und befinden sich in einer ständigen Entwicklung, während sie
versuchen, sich selbst zu verstehen und ihre Wünsche zu ergründen
und zu erfüllen.
Auch die anderen Personen besitzen für
Nebendarsteller ungewöhnlich vielschichtige und komplexe
Charakterzüge; teilweise rücken sogar Figuren abseits der beiden
Protagonisten in den Fokus und spielen eine wichtige Rolle in Bezug
auf Nitoris und Takatsukis Leben. Das macht das Beziehungsgefüge in
der Serie noch interessanter, erschwert aber gerade zu Anfang
aufgrund der großen Charakterfülle die Übersicht.
Abseits
davon sticht besonders der Zeichenstil heraus, der ebenso einzigartig
wie passend ist. Die Animationen sind in Aquarellfarben gehalten und
sind somit sehr blass; der ganze Anime erstrahlt daher in auffällig
heller Optik. Das mag anfangs ein wenig ungewöhnlich erscheinen,
steht Hourou Musuko aber sehr gut und verleiht der Serie einen sehr
eigenen Charakter. Ebenfalls sehr positiv fällt hierbei die große
Detailfülle auf, die sich sowohl bei den Figuren als auch bei den
Hintergründen äußert, wodurch ein sehr stimmiger Eindruck
entsteht.
Der Sound hält sich dezent zurück, wird aber stets
passend eingesetzt – in den alltäglichen Szenen finden sich oft
leichte, beschwingte Melodien, während in den emotionaleren Momenten
sanfte Piano-Untermalung die melancholische Atmosphäre angenehm
unterstützt. Opening und Ending fügen sich besonders inhaltlich
sehr gut in den Anime ein und mit Rie fu ist zudem auch eine bekannte
Stimme dabei, die im Animebereich schon einige Lieder beigesteuert
hat und auch in diesem Fall für einen schönen Ausklang
sorgt.
Fazit
Hourou
Musuko ist ein Anime, der in erster Linie von der Kombination aus
tiefgründigen Charakteren und einem sehr eigenwilligen Stil lebt.
Wegen der ungewöhnlichen Thematik wird er sicherlich nicht bei allen
ankommen, gleichzeitig sticht er jedoch auch aus der breiten Masse
heraus und stellt einen der außergewöhnlichsten Animes der Season
dar. Wer eine Serie der ernsteren Sorte sucht, sollte sich Hourou
Musuko unabhängig von der Thematik unbedingt einmal anschauen und
sehen, ob ihm die Umsetzung zusagt, denn die Serie begeistert mit
vielschichtigen Charakteren und einer nostalgischen Atmosphäre.
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